Der geheimnisvolle Text im Buch des Meisters

Foto von Büchern

Gichin Funakoshi (1868-1957) gilt, zu Recht, als einer der großen Meister des Karate; aus damaliger Zeit. Sein Buch „ Karate-Do Kyohan“ ist den allermeisten Karateka bekannt. Auch wenn man kein Anhänger der Stilrichtung Shotokan ist oder das Buch selbst nie wirklich gelesen hat. Dabei handelt es sich in aller Regel um die englische Ausgabe aus dem Jahre 1973; des Verlages Kodansha International Ltd.,Tokyo.
Auf der kompletten Seite 249 befindest sich ein Text, der seltsamerweise nie übersetzt wurde. Was hinter dem sagenhaften Geheimnis steckt und wie die genaue Übersetzung wirklich lautet erfährst du hier.

Tsutomu Ohshima (1930-heute) übersetzte den Text des Meisters im Auftrag von Shigeru Egami (1912-1981) und Genshin Hironishi (1913-1999) aus dem Japanischen in das Englische. Er brauchte, mit Unterbrechungen, zehn Jahre dafür.
Von 1948-1953 studierte Ohshima intensiv Karate bei Gichin Funakoshi. Bereits vier Jahre später bekam er von diesem den 3.Dan verliehen. Er wanderte schließlich in die USA aus, um dort das Karate zu verbreiten. Ohshima ist Gründer des „Shotokan Karate of America“ (SKA) und Chefausbilder vieler anderer internationaler Shotokan-Organisationen. Kurz vor seinem tot verlieh ihm Meister Funakoshi noch den 5. Dan. Seit dem beansprucht er keine höhere Graduierung für sich.
In seiner Übersetzung heißt es auf besagter Seite 249:

„Ich war nicht in der Lage, die ursprüngliche Herkunft des oben stehenden Kanbun (chinesische Gedichtform) herauszufinden. Viele Experten, die ich gesprochen habe, glauben, dass es so, wie es hier steht, nicht vollständig oder nicht richtig ist. Aus diesem Grund habe ich es vorgezogen, hier nicht meine persönliche Auslegung dieses Abschnittes darzulegen und mich damit der Gefahr der falschen Übersetzung auszusetzen. Deshalb habe ich diese chinesischen Sätze nicht übersetzt.
(Anmerkung des Übersetzers)“

Es sei bereits hier verraten, das es sich bei dem ominösen Text in der Tat um alt Chinesisch handelt. Nur ist er alles Andere, als ein Kanbun (漢文, Han-Schrift; klassische chinesische Literatur).
Verblüffender weise, finden wir den selben chinesischen Text bereits 1922 in dem ersten Buch von Funakoshi auf Seite 274-276. Und auch in seinem zweiten Buch taucht der Text ebenfalls auf den Seiten 296-298 schon auf.
Meister Funakoshi schrieb übrigens folgende Bücher:

+ „Ryukyu Kempo Toudi“ (Okinawas Faustmethode – die chinesische Hand)

Sein erstes Buch erschien am 25.11. 1922. Es umfasst ca. 300 Seiten und beschreibt im Wesentlichen die 15 Kata, die Funakoshi Zeit seines Lebens lehrte. Es enthält weiterhin 8 Würfe. Sämtliche Darstellungen im Buch sind allerdings gezeichnet. Sie sind leider recht undeutlich und eher schlecht gemacht. Da die Druckplatten bei dem großen Erdbeben von Tokyo im Jahre 1923 bedauerlicherweise zerstört wurden, gibt es nur noch ganz wenige Exemplare auf japanisch.
Bemerkenswert sind die zahlreichen Vorworte verschiedener bedeutender Persönlichkeiten Japans. Die Anzahl und Qualität der Vorworte ist für einen okinawanischen Lehrer, der nur einige Monate in Japan war, ungewöhnlich beeindruckend:
Oaji Hisagoro (der ehemalige Gouverneur von Okinawa), Admiral Rokuro Yashiro, Vizeadmiral Chosei Ogasawara, Shimpei Goto (großer Staatsmann), Generalleutnant Chikamatsu Oka, Admiral Kenwa Kanna, Professor Higaonna Kanjun (bedeutender japanischer Gelehrte) und Bakumonto Sueyoshi (Leitender Herausgeber der „Okinawan Times“). Sie alle nahmen sich die Zeit, ein paar Seiten zu schreiben.

+ „Rentan Goshin Toudi Jutsu“ (Stählung und Selbstverteidigung – Karate Jutsu)

Bild vom Buch Rentan Goshin Toudi JutsuSein zweites Buch erschien am 10.03. 1925. Neben den 15 Kata aus dem ersten Buch enthält es nur noch 6 Würfe. Sämtliche Darstellungen bestehen diesmal aus 217 Fotos von guter Qualität. Sie zeigen dem Meister höchst selbst. Auch diese Buch wurde leider nie übersetzt.

 

+ „Karate-Do Kyohan“ (Die Lehrmethode des Karate Do)

Bild vom Buch Karate-Do KyohanSein drittes Buch erscheint 1935. Jedes der neuen Fotos zeigen wieder Gichin Funakoshi. Neu hinzugekommen sind nun Beschreibungen zur Selbstverteidigung gegen Schwert, Messer, Stock und aus einer sitzenden Position.
Die zweite Auflage ist im Oktober 1956 fertig. Sie wird aber erst 1958 nach dem Tot des Meisters erscheinen. Die Fotos zeigen dieses Mal allerdings Shigeru Egami, Tadao Okuyama und Motonobu Hironishi. Die Kata Taikyoku und Ten-no-Kata wurden hinzugefügt; die Abschnitte über Selbstverteidigungstechniken dagegen entfernt. Dies ist, wie am Anfang bereits erwähnt, das erste Buch welches 1973 in das Englische übersetzt wurde. Diese Ausgabe orientiert sich allerdings wieder an der ersten Auflage. Auf allen Fotos ist der Übersetzer selber zu sehen. Es kann heute ohne Probleme überall erworben werden.

+ „Dai Nippon Karate-Do, Ten no Kata“ (Groß japanisches Karate-Do, Ten no Kata)

Dieses Heft erscheint am 20. September 1941 und wird als Ergänzung zum Buch „Karate-Do Kyohan“ ausgewiesen. Es ist eher eine Art Faltblatt. Gezeigt wird, wie der Name schon sagt, die Ten no Kata (天の形, Kata des Himmels). Sie wird sowohl in der omote als auch in der ura Form demonstriert.
Bild vom Buch Dai Nippon Karate-Do, Ten no KataTen no Kata gehörte ursprünglich zu einer dreier Serie. Zu ihr gehören eigentlich noch die verlorengegangene Chi no Kata (Kater der Erde) und Jin no Kata (Kata des Menschen). Während Ten no Kata eine Partnerform für Handtechniken darstellt, ist Chi no Kata eine für Tritttechniken. Wie ich bereits an anderer Stelle erläuterte (link), sind dies Teile der Lehre des Yin und Yang und dem darin enthaltenden System des Wu Xing. Der Himmel ist Yang und die Erde Yin. Der Mensch selbst ist der Mittler zwischen diesen Kräften. Man spricht deshalb auch von den „Großen Drei im Universum“. Alle drei Kata wurden von Yoshitaka (Gigo) Funakoshi, in Zusammenarbeit mit seinem Vater, entwickelt. Auch diese wenigen Exemplare existieren, wenn überhaupt, nur noch auf japanisch.

+ „Karate-Do Nyumon“ (Einführung in das Karate)
wörtlich: Das Tor zum Weg der leeren Hand

Sein viertes Buch erscheint am 15.Dezember 1943. Es umfasst 180 Seiten und befasst sich hauptsächlich mit der Form Ten no Kata. Charakteristisch ist hier vor allem das Prinzip des Maai (間合; Distanz, Timing, Gelegenheit).
Das Buch richtet sich an Menschen, die zum ersten Mal mit dem Thema Karate in Berührung kommen. Neben einigen Anekdoten und Grundsätzlichen Hintergrund sieht man Beispiele der Kata auf einigen Bildern. Zu sehen sind Yoshiaki Hayashi, Wado Uemura und Yoshitaka (Gigo) Funakoshi.Bild vom Buch Nyumon
Die zweite Auflage wird noch 1951 herauskommen. Dieses Buch wurde glücklicherweise ebenfalls in das Englische übersetzt (1988). Zwölf Jahre später so gar in das Deutsche. Dieses Mal sind auf sämtlichen Fotos leider verschiedene Meister wie Yasuhiko Suzuki, Junichi Yamamoto und Motohiro Yanagisawa (damals Leiter der Ausbildungsabteilung des Shotokan) zu sehen. Sie alle zeigen die, zum Teil stark veränderten, Techniken des Shotokai unter Egami. Einen recht großen Teil nimmt diesmal das Prinzip des Kawashi (躱し; wechsel,austausch) ein; welches seiner Zeit sehr stark unter Egami trainiert wurde.
Beide Versionen, der zweiten Auflage, können heute ohne Probleme überall erworben werden.

+ „Karate-do Ichi-ro“ (Karate Do – Ein Weg)
besser, (da genauer): Karate ohne Umwege

Sein fünftes Buch erscheint im September 1956; kurz vor dem Tot des Meisters. Es umfasst 212 Seiten und stellt eine Art Autobiographie dar. Das Sangyo Keizai Shinbun Bild vom Buch Karate-do Ichi-ro(Magazin der Wirtschaft und Industrie) bat Funakoshi über Karate-Do zu schreiben. Bekannte vom Weekly Sankei Magazine halfen dem Meister bei dem Aufmachungsentwurf und dem redaktionellen Teil. Die englische Übersetzung kam 1975 heraus; die deutsche sogar erst 1993. Beide Versionen können heute ohne Probleme überall erworben werden.
(Matthias Golinski; siehe Verzeichnis Bibliografie)

Kommen wir nun wieder auf das ominöse chinesische Kanbun zurück; welches in allen drei Büchern nicht übersetzt wurde.

Es handelt sich dabei in Wahrheit um dem 14. und 16. Artikel des –
Bubishi (武備志; Aufzeichnungen über die Vorbereitung zum Kampf).

Das Bubishi wird oft als „Bibel“ des Karate bezeichnet. Dieser Ausdruck stammt von Miyagi Chojun (1888-1953). Das mag etwas übertrieben klingen, da es kein religiöser Text ist, doch hat es für viele Anhänger der Kampfkünste fast religiöse Bedeutung. Da klingen die Worte von Yamaguchi Gogen (1909-1989) schon etwas bodenständiger. Für ihn war das Bubishi einfach der „wertvollste Text“.
In seiner Gesamtheit erscheint das Bubishi eher wie die Zusammenfassung eines weit fortgeschrittenen Schülers. Keine Spur von einem detailgetreuem Leitfaden. Sämtliche Angaben sind ausgesprochen knapp und setzten ein umfassendes Grundwissen voraus. Das Bubishi ist demnach ein Text von Fortgeschrittenen für Fortgeschrittene.
Des Weiteren besteht das Bubishi quasi aus einem Konvolut von mehreren, teils bebilderten, Manuskripten. Manche mit Text, manche ohne. Sie sind unterschiedlich lang und völlig ungeordnet.
Dazu kommt der Umstand, dass es mehrere überlieferte Bubishi und alte Abschriften davon gibt. Auch diese wiederum weichen in puncto Inhalt und Umfang von einander ab. Weder die Autoren sind bekannt, noch das genaue Entstehungsdatum.
Patrick McCarthey (1954-heute; Direktor der IRKRS, 9.Dan Hanshi) hat als erster ein gesamtes Bubishi ins Englische übersetzt und nach Themen geordnet. Folgende Gliederung hat sich somit im Westen durchgesetzt:

Kapitel 1. Geschichte & Philosophie
Kapitel 2. Chinesische Medizin & pflanzliche Arzneikunde
Kapitel 3. Vitale Punkte
Kapitel 4. Kampftechniken

Die McCarthy-Übersetzung basiert im Wesentlichen auf der Version von Mabuni Kenwa (1889-1952), welche McCarthy von Konishi Takehiro erhielt.
Die zweite anerkannte Übersetzung im Westen, kommt von Roland Habersetzer (1942-heute; Gründer der Stilrichtung Tengu-Ryu, 9.Dan Hanshi).
Da es sich dabei um eine Interpretation mit praktischen Umsetzungen handelt, ist es eine gute Ergänzung zu der von McCarthy. Habersetzers Abhandlung basiert zum überwiegenden Teil auf den Forschungen und Arbeiten seines Lehrers Otsuka Tadahiko.

Die Kapitel (nach McCarthy) im einzelnen:

Kapitel 1: Geschichte und Philosophie

Dieser Bereich wird durch die Artikel 1-5 und 26 abgedeckt und beinhaltet grundlegende Angaben zum weißen Kranich-Stil. Erwähnt werden der hüpfende Kranich, singender Kranich, schlafender Kranich, fütternder Kranich und fliegender Kranich.
Weitere Abschnitte beschreiben den Schwarze-Tiger und den Weißer-Affen-Stil. Außerdem gibt es Angaben zum Mönchsfaust-Boxen. Die Artikel umfassen Prinzipien und Empfehlungen zur Bewegung, Weisheit, korrekter Etikette und Philosophie. Der Artikel 26 umfasst lediglich die Abbildung von Busaganashi, eine Gestalt aus der chinesischen Volksreligion von Fujian und Taiwan.

Kapitel 2: Chinesische Medizin und pflanzliche Arzneikunde

Die Artikel 10-12, 18, 19, 22, 23, 25, 30 und 31 umfassen diverse Angaben zur traditionellen chinesischen Medizin. Die Heilkunde umfasst verschiedene innere und äußere Therapien, die einen relativ großen Anteil am Bubishi ausmachen. Es werden nicht nur im Dojo übliche Krankheiten und Blessuren behandelt, sondern neben Muskelverletzungen auch Verbrennungen, Blutungen, Verletzungen des Kopfes, Rückenschmerzen und sogar Malaria.
Die Artikel 19 und 22 behandeln das Thema der 12-Stunden-Kräuter-Heilmittel. Artikel 18 dagegen Krankheiten, die man nicht unmittelbar behandeln kann; also innere Verletzungen. Artikel 23 beinhaltet den Kristallmann. Auch hier liegt das 12-Stunde-Modell zugrunde.

Kapitel 3: Vitale Punkte

Eng verbunden mit den medizinischen Angaben ist das Thema der vitalen Punkte. Dieses wird durch die Artikel 8, 9, 17, 21 und 24 abgedeckt. Mit dabei, die sieben verbotenen Punkte (Artikel 17); sowie der verzögerte Tod (Artikel 21).
Im Text finden sich 36 Punkte samt genauer Bezeichnung der Position und optimaler Tageszeit der Stimulation. Die Punkte werden in Kapitel 24 anhand des Bronzemannes (altes chinesisches Modell für die Akupunkturpunkte) verdeutlicht. Es wird jedoch nicht beschrieben, wie und mit welchen Techniken die Punkte zu attackieren sind. McCarthy führt die Namen verschiedener Kata auf, die solche Vitalpunkte besonders verteidigen.

Kapitel 4: Kampftechniken

Die Artikel 6, 7, 13-16, 20, 27-29 und 32 betreffen den Bereich der Kampftechniken. Aus diesem Kapitel stammt auch Funakoshis unübersetzter Text.
Das Herzstück stellen zweifellos die 48 Selbstverteidigungs-Diagramme des Artikel 29 dar. Die einzelnen Bilder haben Texte und teilweise recht blumige Überschriften, wie etwa: “das sieht so aus wie der Weiße Affe, der die Frucht stiehlt“; oder „der rote Phönix hebt die sonnenbeschienen Hand und verliert.“ Dabei werden Sprichwörter und Redensarten, mit zum Teil mythologische Anspielungen, verwendet. Es wird immer klar definiert, wer Verlierer und wer Gewinner in der jeweilig dargestellten Situation ist. In Artikel 32 werden aber auch Stellungen sowie Hand-und Fußtechniken gezeigt.
Artikel 6 beschreibt vier kurze Kata aus dem Stil des Mönchsfaust-Boxens. Artikel 7 die Kata Nepai aus dem weißen Kranich-Stil. Dem folgen zahlreiche grundlegende Informationen und Anmerkungen zum Kampf (Artikel 13-16, 27 und 28).
(Matthias Golinski, Claudia von Collani, Patrick McCarthy; siehe Verzeichnis Bibliografie)

Bubishi Zeichnung Nr.13
Figur Nr.13 (nach McCarthy) aus einem chineschischen Bubishi (Wubei Zhi)

Es sei noch erwähnt, dass die erste Veröffentlichung des Bubishi am 25. Oktober 1934 durch Mabuni Kenwa erfolgte. In japanisch sind Teile davon im Anhang seines dritten Buches „Sepai no Kenkyu“ (Forschungen zur Sepai) zu lesen.
Die angegebenen Teile sind nicht vollständig und umfassen neben den sechs Ji-Händen, der Kata Nepai und den Informationen zu den Vital-punkten lediglich 28 der 48 Kampfpositionen.

Hier nun die Übersetzung des 14. und 16. Artikel der Seite 249:

Artikel 16: Greifen und Befreien

Körpersprache und Täuschungsmanöver sind wichtige Punkte des Kämpfens. Lese in deinem Gegner und schaffe schwache Stellen.

Wenn du das Gleichgewicht deines Gegners störst, wirst du größere Chancen zum Sieg haben. Wachsamkeit und Wahrnehmung sind starke Waffen.

Wenn du von vorn angegriffen wirst, versuche die Leistengegend zu attackieren.

Wenn du dich gegen einen Griff von hinten ins Haar verteidigst, senke dich ab und drehe dich schnell in den Gegner, wobei deine Hände dein Gesicht schützen, dann stürme auf ihn zu und nehme ihm seine Balance.

Sollte jemand versuchen, auf deinen Fuß zu treten, bereite dich darauf vor, mit den Händen zu kontern.

Gegen starkes Ziehen an den Haaren, greife das Daumengelenk an und bringe ihn zu Boden.

Niedrige Konter sind die Regel bei hohen Angriffen.

Verwende hohe Konter gegen niedrige Angriffe.

Im Umgang mit einem fähigen Fußtechniker ist die Strategie sehr wichtig. Beschränke dich nicht nur darauf, sein Gleichgewicht zu stören. Versuche seine Absicht vorauszuahnen, unterbreche den Tritt und fange das Bein.

Sei schnell darin, Vorteil aus einem Gegner zu ziehen, der emotional, zu sehr aufgeregt oder verwirrt ist, indem du immer seine mentale Fassung abschätzt.

Wenn du von hinten angegriffen wirst, verwende deinen Gefühlssinn und seine Körpersprache, um seine Absichten vorauszuahnen. Gebe dein Bestes, um dich hinter deinen Gegner zu manövrieren.

Wenn du nach Osten angreifen willst, bewege dich zuerst nach Westen. Zeige niemals deine wahren Absichten. Wenn du dich entscheidest, dich direkt nach vorn zu bewegen, wisse immer, was hinter dir ist.

Wenn dich ein Angreifer beißt, greife direkt seine Kehle an.

Wenn du gewürgt wirst, kontere, indem du auf seine Ohren schlägst oder tief in seine Rippen stößt.

Wenn du einem Stampftritt ausweichst, gehe zur Seite und kontere mit derselben Technik.

Foto von Funakoshi
Meister Funakoshi beim Tameshiwari (Bruchtest); 1936

Führe niemals eine Technik aus, wenn du aus dem Gleichgewicht bist, da ein fähiger Kämpfer aus dieser Situation mit ziemlicher Sicherheit Vorteile ziehen wird.

Ein überlegender Stratege verwendet zu seinem Vorteil eher Attacken verschiedener Level, als einzelne Tritte oder Schläge.

Wenn jemand deine Kleidung ergreift, stoße ihn mit dem Knie.

Einatmung repräsentiert Weichheit und Ausatmung Härte. Sei dir immer dieses Gleichgewichtes gewahr und nutze es zu deinem Vorteil.

Behalte dein Gleichgewicht während und nachdem du einen Gegner geworfen hast, da es unerlässlich wichtig ist, darauf mit einem beendenden Schlag zu folgen.

Beim Kampf gegen einen Gegner, der die Methode der Betrunkenen Faust verwendet, muss eine besondere Aufmerksamkeit vorhanden sein, da er unberechenbar ist. Da er sehr irreführende Beinmanöver gebraucht, schließt dieser Stil unorthodoxe Techniken mit ein.

Obwohl die tiefe Stellung eines Gegners seine Beweglichkeit einschränken und seine Fußtechniken behindern könnte, sei achtsam, da dies die Stärke seiner Hand verbessert. Versuche in die hohe Stellung eines Gegners hineinzugehen.

Es gibt bei hohen Fußtechniken einen gewissen Grad der eigenen Gefährdung, besonders der Genitalien. Achte darauf, dich nicht zu weit nach vorne oder nach hinten zu lehnen und schütze jederzeit deine Genitalien.

Wenn du den Fuß deines Gegners mit deinem eigenen Fuß fängst, schlage sofort mit deinen Händen. Dann führe sie von oben nach unten und ziehe seine Beine unter ihm weg.

Wenn du zu Boden gebracht wirst, mache jeden nur möglichen Versuch, die Genitalien deines Gegners anzugreifen.

Sollte dich jemand von hinten mit einer starken Umarmung angreifen, zerschmettere sein Gesicht mit deinem Hinterkopf ehe du konterst.

Ein sicherer Weg, Leute daran zu hindern, sich selbst in einem Kampf zu töten ist, ihre Halsschlagader anzugreifen.

Wenn ein Gegner in dich stürzt und deinen Unterkörper greift, verwende beide Hände, um auf seine Ohren zu schlagen oder attackiere die Spitze seines Kopfes.

Wenn du einen Gegner zu Boden bringen möchtest, bleibe in Bewegung und mache eine Finte zu seinem Schatten, ehe du den Wurf ansetzt

Article 14: Principles of ancient law

Once again I would like to reemphasise the importance of these ancient principles. By doing so, I hope to clear up any confusion regarding the rules of polarity and meridian flow theory. Because this law influences all people, one should practice early in the morning when the qi is peaceful. If everyone learned these methods there would be less violence. These methods are intended to foster peace and harmony, not violence. If you know someone with these special skills you should ask them to teach you. The rewards of training are immeasurable for those who remain diligent and follow the correct path. However, this does not apply to those of immoral character.
When forced to fight, theory and technique are one in the same; victory depends instinctively. Moment must be fast and materialise without thought. Never underestimate your opponent, and be careful not to waste energy on unnecessary moment. If you recognise or create an opening, waste no time in taking advantage of it. Should he run, give chase but be prepared, expect the unexpected, and do not get distracted. You must evaluate everything when fighting.

Quanfa Strategies:

A person may observe your fighting skills and compare them to his own. However, remember each encounter is different so respond in accordance to fluctuating circumstances and opportunity. Utilise lateral and vertical motion in all conceivable gates of attack and defence. Refrain from using an elaborate defence and remember that basic technique and common sense go a long way. I cannot emphasise enough the importance of taking advantage of an opening, and do not forget that the opposite also applies to you; always be aware of openings your present your opponent.
If seized above the waist by an adversary, use your hands to “flutter all over him like a butterfly”. If attacked below the waist, use your hands to hook him up “like a flapping fish in the water”. If confronted by an adversary you must appear as confident and powerful as a wolf or tiger pursing is prey.
Learn well the principles of “hard” and “soft” and understand their application in both the physical and metaphysical realms. Be pliable when met be force (also be a modest and tolerant person), but use force to overcome the opposite (be diligent in the pursuit of justice).
The more you train (in Quanfa), the more you will know yourself. Always use circular motion from north to south and do not forget that there is strength in softness. Never underestimate any opponent, and be sure never to use any more force than is absolutely necessary to assure victory, lest you be defeated yourself. These are the principles of ancient law.
(Patrick McCarth; siehe Verzeichnis Bibliografie)

Foto von Funakoshi
Meister Funakoshi beim Unterricht junger Frauen; Anfang der 1930er Jahre.

ki o tsukete kudasai (気をつけて下さいいい)

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