Spitzname: Mr.Tiger (Teil1)

Bild von zwei Tiger

Nein, die Rede ist nicht von Keinosuke Enoeda (1935-2003); der in der Karate Welt unter dem Spitznamen „The Tiger“ bekannt war. Sondern es geht um einem Mann, der seine Liebe und Hingabe für das Karate nur bisweilen mit einigen Freunden und Bodyguards teilen konnte. Eigentlich war sein Spitzname „Mr.Panther“; doch war dieser Name in den USA der 60er und 70er Jahre politisch etwas heikel. (wiki link)
Die Rede ist von niemand anderem als – Elvis Presley (1935-1977).

Bei Meistern der Kampfkünste, ist es durchaus üblich einen Spitznamen zu tragen. Man gibt ihn sich allerdings nicht selber. Es sind immer Menschen aus dem nahen Umfeld, die einem diesen geben. Gogen Yamaguchi (1909-1989) nannte man z.B. „The Cat“. Yoshitaka Funakoshi (1906-1945) hatte den Spitznamen „Teufel des Funakoshi Dojo“.
In der Capoeira-Welt erhält jeder Schüler von seinem Lehrer den sogenannten Apelido (port. Spitzname). Der Apelido ist in den meisten Fällen ein portugiesischer Begriff der z. B. eine Besonderheit oder eine bestimmte Eigenheit des Schülers beschreibt. Er kann Aussagen zum Charakter oder typischen Bewegungen des Capoeirista enthalten. Oftmals sind es auch Namen aus dem Tierreich.

Laut Joe Esposito (1938-2016), Presleys langjährigem Tourmanager, Freund und Trauzeugen, war es ein Buch, welches Elvis zum Karate brachte.
Es muss sich bei der Lektüre um Mas Oyamas erstes Buch „Was ist Karate“ (1958) gehandelt haben. Zu diesem Zeitpunkt diente Elvis seinen zweijährigen Wehrdienst ab und lernte dort Esposito kennen. Dieser erinnerte sich an einem Abend, an dem Elvis über diesen Meister Oyama erzählte, der so gut war, dass er einem wütenden Bullen die Hörner mit seinen Händen abschlagen konnte. Elvis sagte: „Es ist egal, ob das wahr ist oder nicht – aber ich will so gut werden“.

Foto von Mas Oyama Buch
Ausschnitt aus besagtem Buch; Sammlung Gunnar Zemke

Elvis wollte also unbedingt Karate lernen. Einmal damit angefangen, lies es ihn auch nicht mehr los. Diese starke Leidenschaft, die auch auf andere überging, übte er praktisch bis zu seinem Tod aus. Bei jeder Gelegenheit, ob im Hotelzimmer während der Dreharbeiten in Hollywood, auf dem Rasen in seinem Haus in L.A. oder zwischen seinen Konzerten in Vegas mit seinen Bodyguards. Jeder aus der Memphis Mafia (wiki link), konnte bestätigen – Elvis war besessen von Karate.

Doch im Winter 1959, gab es ganz Deutschland nur einen qualifizierten Lehrer für Karate: Jürgen Seydel (1917-2008).
Nach der Grundausbildung wurde Elvis nämlich nach Deutschland versetzt und war damals vom 01.10.1958 – 01.03.1960 in Friedberg (Hessen) stationiert. Er diente dort im 1st Medium Tank Battalion, 32nd Armor, bei einem scout platoon.
Privat wohnte er im vier Kilometer entfernten Bad Nauheim mit seinen Freunden Lamar Fike, Red West, seinem Vater Vernom und seiner Oma Mini Mae.

Fügung oder Schicksal, aber der Einzige Danträger im ganzen Land (erst 1965 kamen vier weitere hinzu; u.a. Fritz Wendland) lebte nur 30 Minuten mit dem Auto von der Kaserne entfernt. Diesen glücklichen Umstand nutze Elvis fortan für sich aus und fuhr mit einem Kameraden zum gemeinsamen Karate Training.

An dieser Stelle komme ich nicht umhin, ein paar Worte zu Sensei Seydel zu sagen. Schließlich war er es, der Karate in Deutschland einführte und bekannt machte. 1957 gründet Seydel das erste Karate-Dojo in Deutschland (Bad Homburg), welches heute noch existiert. In den folgenden Jahren holte Seydel viele bekannte japanische Großmeister nach Deutschland und gründete den Deutsche Karate Bund (DKB), in dem er viele Jahre als Sportwart, Bundestrainer, Vorsitzender und Geschäftsführer arbeitete. Nebenbei war er Übersetzer (Englisch, Französisch), Schriftsteller und Fachbuchautor. Er übersprang die Prüfung zum 2.Dan und bekam 1968 von Masatoshi Nakayama den 3.Dan; es erfolgte später noch (1987) die Ernennung zum 5. Dan. Für seine Verdienste rund um das Karate wurde ihm 1989 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Foto von Jürgen Seydel
Jürgen Seydel (rechts) 1959; mit freundlicher Genehmigung von Ferdi Ernst (Budokan Bad Homburg)

In einem Interview berichtete Seydel später: „Ich unterrichtete dann Elvis zweimal wöchentlich bis zum Ende seiner Dienstzeit bei der Armee in Deutschland im März 1960. Wir trainierten jedes Mal drei volle Stunden, ohne Unterbrechung. Elvis war sportlich und durchtrainiert, begriff schnell, reagierte kühl und präzise.“

Elvis bekam gewöhnlich Privatunterricht. Man darf nicht vergessen, dass der damals 24 jährige Soldat bereits ein Superstar war. Neben diversen Charterfolgen, Tourneen und mehreren Platin- bzw. Goldenen Schallplatten, hatte er auch schon in zwei Kinofilmen die Hauptrolle gespielt. Man nannte ihn deshalb: „King of Rock ’n Roll“.

Seydel erinnert sich später: „Um die Meute von Fans abzuhängen, die Elvis ständig belagerten, haben wir uns heimlich in einer Garage getroffen. Da war es saumäßig kalt.“ Als die Temperaturen immer weiter unter null fielen, trainierten die beiden schließlich doch in Elvis‘ Haus das er für sich und seine Familie gemietet hatte. „Wir mussten die Türen mit schweren Teppichen und Möbeln verbarrikadieren, damit wir ungestört üben konnten.“
Aber auch die vergleichsweise wenigen Trainingseinheiten im Karate-Dojo, mit anderen Karateka, zeigten Sensei Seydel vor allem eines: „Elvis konnte unglaublich viel einstecken. Das kam aus seiner Zeit als LKW-Fahrer. Da hat er sich oft geprügelt, hat er mir erzählt.“

Auch zwischen den Unterrichtstagen übte Elvis täglich mehrere Stunden; selbst nach einem langen Dienst. Sein Fleiß wurde belohnt und so fuhr Seydel mit ihm in Januar 1960 nach Paris, um ihm dort seinem japanischen Karatemeister Tetsugi Murakami (1927-1987) vorzustellen. Knappe zwei Wochen blieben sie in Frankreich. Jeden dieser Tage nutzte Elvis, um mehrere Stunden im „Yoseikan“ (Dojo des Meisters) mit Murakami zu trainieren. Murakami war für seine extreme Art zu kämpfen bekannt. Er versuchte stets mit vollstem Körpereinsatz zu kämpfen. Dadurch war er bei vielen gefürchtet und niemand wollte mit ihm trainieren. Christian Bert, ein Zeitzeuge, erzählt dazu folgende Anekdote:
„Während eines Lehrganges befahl der Sensei einem englischen Schüler, ihn mit Oi-Zuki anzugreifen. Es ist nicht klar, ob der Schüler ihn falsch verstand oder er es absichtlich tat, aber er versetzte dem Sensei einen Mai-Geri in den Unterleib. Der Sensei erwiderte den Angriff in dem Sekundenbruchteil, der folgte, mit einem Faustschlag, der den Schüler KO schlug. Der Sensei meinte danach zu ihm in seiner eigentümlichen Sprechweise: „also Sie da, Kontrolle, nicht?“

Foto von Elvis und Tetsugi Murakami
Murakami und Elvis 1960; mit freundlicher Genehmigung von Ferdi Ernst

Auf den nebenstehenden Bild sieht man Meister Murakami und Elvis, der einen Gi des Karate-Dojo Bad Homburg trägt. Wer übrigens glaubt, das Zeichen auf seiner Jacke wäre japanischen Ursprungs, der irrt. Es ist dem Familienwappen der Seydels entnommen und hat mit Karate nichts zu tun.

Elvis war bereits im Juni 1959 mit seinen Kameraden in Paris gewesen und kannte sich daher im Nachtleben dort gut aus. Sein Lieblings Club war das „Lido“; und so besuchten sie zusammen fast jeden Abend den Nachtclub.
Am Ende des Lehrganges bestätigte auch Meister Murakami, dass Elvis ein ungewöhnlich ernsthafter und talentierter Schüler sei. Bevor der „King of Rock ’n´ Roll“ im März 1960 in die USA zurückkehrte, verlieh Seydel ihm den 3.Kyu.
Elvis hat seinen ersten Sensei nie vergessen und schrieb ihm, im Laufe der Jahre etliche Briefe.

Foto von Besuch im Lido
von links im Uhrzeigersinn: Joe Esposito, Heli von Westrem, ihre Schwester Lisa-Vera, Lamar Fike, Elvis, Curry Grand, Jürgen Seydel, Red West; mit freundlicher Genehmigung von Beatrix van Ooyen

Einiges aus dieser Brieffreundschaft ist noch erhalten. Dieser Brief hier stammt noch aus demselben Monat seiner Rückkehr in die USA.

Elvis 1.Brief an Jürgen Seydel, 26.März 1960:

Dear Mr. Seydel „George“,
I wish to thank you from the bottom of my heart for taking the time to teach me the basic steps of “Karate”

Brief von Elvis an Seydel
Brief von Elvis an Seydel 1960; mit freundlicher Genehmigung von Ferdi Ernst

You have been very patient in teaching me and I want you to know that I have learned a lot and that I’m very satisfied. This little gift is not a payment for the lessons but just to show my appreciation for your time and patience. Thank you again. I’m your friend.

Elvis Presley, 3rd kyu Karate.

Seydel nahm damals kein Geld für den Unterricht, sondern hatte einen anderen Deal mit dem „King of Rock ’n´ Roll“. Er sollte einfach nur Werbung für das Karate machen.
Bei dem Geschenk handelt es sich übrigens um einen eher schlichten Goldring; mit schwarzem Stein (Onyx). Auf dem Stein ist in Gold das schon erwähnte Logo des „Budokan Bad Homburg“ aufgebracht. Zu sehen im „Elvis Museum Düsseldorf“.

Kaum zurück in den Staaten, suchte der frisch gebackene Braungurt nach einem ähnlich guten Lehrer für sein weiteres Karate Studium.
Auch in den USA gab es nur eine Hand voll Menschen, die dafür in Frage kamen. Elvis entschied sich für Ed Parker (1931-1990); auf den ich später wieder zurückkommen werde. Zunächst ging es dem von Karate besessenen allerdings um den schwarzen Gürtel. Er wollte ihn sich aber um jeden Preis verdienen. Niemand sollte später sagen können.“ Den hat er doch nur verliehen bekommen, weil er der King ist“. Es musste also eine bedeutende, übergeordnete Autorität von aller höchster Stelle sein.

Seinen ersten Dan erhielt Elvis deshalb ein halbes Jahr später in Memphis, Tennessee, von Henry Slomanski (1928-2000) aus den Chito Ryu.
Dieser Mann war bei den “Special Forces” (Green-Berets), und ein hochdekorierter Veteran (u.A. drei Purple Hearts, Silver Star) aus dem Korea- und Vietnamkrieg. Er war damals Ausbilder der Fallschirmjäger Schule in „Fort Campbell“, Kentucky. Später trainierte er auch das erste Navy-Seal Team in Kampfkunst im „Fort Bragg“, North Carolina. 1966 schied er aus der Armee aus und wurde Priester. Später erlangte er sogar einen Doktortitel in Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt auf kanonischem Recht an der Universität von Los Angeles.
Das Karate lernte er von Tsuyoshi Chitose (1898-1984), einem Arzt, der eng mit der Familie Funakoshi und Gogen Yamaguchi verbunden war.

Bild von Slomanski
Henry Slomanski; gemeinfrei

Elvis wurde erst nach sechs Wochen sehr hartem und intensiven Training von Slomanski mit seinem begehrten schwarzen Gürtel ausgezeichnet. Er wurde dabei weder bevorzugt noch geschont. Nach einem besonders harten Kampf z.B, wurde er zu Boden geschlagen. Es war offensichtlich, dass Elvis verletzt war und Schmerzen hatte. Dann erzählte Slomanski:„Ich sah Elvis langsam aufstehen; mit diesem spöttischen Grinsen auf dem Gesicht … dann sah ich in seinen Augen, was wir normalerweise nur im Krieg sehen: Elvis wollte töten!“.
Mit dem, was Elvis tat und wie er es durchzog, verdiente er sich bei allen Beteiligten großen Respekt. Selbst der knallharte Ausbilder und Kriegsveteran tat etwas für ihn völlig untypisches. Er nahm seinen Chito Ryu PIN (kleines Metall Abzeichen) ab, den er von Chitose persönlich bekommen hatte, und gab in Elvis. Danach tat er etwas geradezu Unfassbares. Die Anwesenden konnten es kaum glauben. Slomanski nahm seinen einzigen dreifarbigen Gürtel (rot, weiß und schwarz), ein Unikat, welches ihn als Großmeister kennzeichnete ab und überreichte ihn Elvis.
Mit den Worten:“ Färb den schwarz“, entließ er seinen jungen Schüler wieder in die Obhut von Ed Parker. Dieser war ebenfalls anwesend und hatte Elvis ausdrücklich empfohlen, die Prüfung bei dem Navy-Seal Ausbilder abzulegen.
Nachdem Elvis gegangen war, sagte Slomanski zu Parker: „Das Kind ist nicht hübsch, aber es ist hart und es ist ein Schwarzgurt.“
Wenn ich mir die vielen Bilder der 60er und 70er Jahre mit Elvis beim Karate anschaue, weiß ich genau, was damit gemeint war. Insbesondere die Filmaufnahmen der 70er zeigen es sehr gut. Das Karate von Elvis war alles andere als elegant und graziös. Es war eher kantig und direkt; vielleicht etwas flusig. Meistens effektive und auf die Praxis bezogene Techniken.

Wann immer es seine Zeit erlaubte, trainierte er in der folgenden Zeit weiter Karate. Hauptsächlich mit Ed Parker. Die Brieffreundschaft mir Seydel brach dabei nie ab.

Elvis Brief an Jürgen Seydel, 5.Februar 1962:

Jürgen Seydel
Germany/West
Dear George,

Brief von Elvis an Seydel
Brief von Elvis an Seydel 1962; mit freundlicher Genehmigung von Ferdi Ernst

I have just arrived home in Memphis and found your book of Karate waiting for me. It was very thoughtful of you to send me a copy and it appears to be a very excellent book. I have not forgotten about you but my work schedule has made it impossible for me to correspondent with anyone. I have attended my first degree black belt The examination was given to me by a United States Commissioner. When time allows I practice as much as possible. Everyone here is fine and I have hope that this new year will be a great one for you.
Your friend
Elvis
Elvis A. Presley

Die drei Bücher (rot, blau und gelb) von Seydel tauchen gelegentlich bei Ebay auf, eventuell gibt es noch das ein oder andere Exemplar in einem Antiquariat. Ich selber habe sie leider auch nur als PDF. Es sind die ersten Karate-Fachbücher auf Deutsch überhaupt. Sie sind allerdings heute noch immer aktuell und mit vielen ausgezeichneten Grafiken versehen. Den einzigartigen Schreibstil von Seydel möchte ich hier kurz abbilden:

„Dieses Buch ist fremdartig und nicht alltäglich. Ich gestehe, dass mir der Begriff „Lehrbuch“ unsympathisch ist – er verbindet sich mit der Vorstellung erhobener Zeigefinger und langweiliger Tabellen. Wenn es ihnen ähnlich geht, sind wir uns im Grunde bereits einig.
Zunächst machen wir es uns einmal ganz gemütlich, rücken die Sessel an den Klubtisch und – selbstverständlich, Sie dürfen mir ruhig ein Glas einschenken.“

Vorwort aus dem ersten Buch (rot) „Karate – Das große Lehrbuch der modernen Selbstverteidigung“ Jürgen Seydel 1961.

Elvis Karate entwickelte sich also immer weiter und er schaffte sich mit den Jahren eine richtige Budo-Bibliothek an. Daher war es auch nur eine Frage der Zeit, bis seine nächste schwierige Danprüfung bevorstand. Wieder war es Slomanski, der Elvis im Jahre 1963 zum zweiten Dan prüfte.
Nach dem der Ex-Ausbilder der Fallschirmjäger allem was irgendwie mit Kampf in Verbindung stand den Rücken kehrte, war es Ed Parker gegen Ende der 1960er Jahre gelungen, sich einen Namen zu machen und einen hohen Bekanntheitsgrad zu erreichen. Man nannte ihn deshalb auch:“Mr.Karate“. Er wurde zum Freund und Mentor für Elvis. 1978 sagte Parker in einem Interview: „In seiner Zeit in der Armee hatte Elvis einen sehr steifen Stil erlernt, ihm gefiel die Flexibilität des Kenpo. Er trainierte in unregelmäßigen Abständen immer wieder mit mir; von unserem ersten Treffen bis kurz vor seinem Tod.“

Auf Hawaii geboren und aufgewachsen, war Parker (vollst.Name: Edmund Kealoha Parker Waipa) der Sohn eines Zimmermannes. Seine Eltern waren Mormonen, was auch der Grund war, dass er später an der „Brigham Young University“ in Utah studierte. Dort trainierte er, das bereits als Kind angefangene Judo bis zum 2.Dan weiter. William Kwai Sun Chow, ebenfalls Mormone, bildete ihn schließlich in Kenpo-Karate aus und graduierte ihn 1953 zum ersten Dan.

Bild von Ed Parker
Ed Parker um 1975; Sammlung Gunnar Zemke

Man muss dazu sagen, dass es bis 1961 nur den Shodan im Kenpo-Karate gab.
Nach Abschluss seines Studiums und dem Ableisten seines Militärdienstes, drei Jahre bei der US Küstenwache während des Koreakrieges, eröffnete Parker bis 1960 zwei Karate Schulen in Kalifornien. Mit nur mäßigen Erfolg. Allerdings gab er schon damals Privatunterricht für Hollywood-Prominente, wie Joe Hyams und Bronislaw Kaper. 1961 änderten sich die Statuten im Kenpo-Karate und es gab jetzt fünf Dan Ränge. Parker konnte noch im selben Jahr unter seinem alten Meister zum 3.Dan graduieren. Etwa zum gleichen Zeitpunkt kam der Hawaiianer mit einem Mann namens Jame Wing Woo zusammen, der ihm nicht nur dabei half, sein zweites Buch zu schreiben, sondern auch eine Menge über Wushu (武术, chinesische Kampfkunst) lehrte. Von da an formte Parker sein Karate um und ging neue Wege. Er entwickelte beispielsweise Formen (Kata), die es im Kenpo-Karate seines Meisters überhaupt nicht gab.
1963 gründete er die „International Kenpo Karate Association“ (IKKA) mit den typischen schwarze Karateanzügen und seinem selbst kreierten Logo.
Parker war ständig bestrebt, sein Kenpo zu verfeinern und zu optimieren.
Stück für Stück entfernte er sich dabei immer mehr von dem ursprünglichen Karate auf Hawaii. Schließlich kam am Ende sein individueller „American-Kenpo-Stil“ dabei heraus.
Dies und die Tatsache, dass er sich als Oberhaupt seiner eigenen Organisation selbst zum höchsten  Danträger erhob (5. Dan), führte schließlich zum Zerwürfnis mit seinem alten Lehrer Chow.
(aus den Erzählungen der drei Tracy Brüder – kenpokarate.com)

Elvis und Parker trafen sich zufällig 1960 in einem Hotel in Beverly Hills. Parker gab dort eine Karate Vorführung und Elvis mischte sich spontan unter das Publikum. Er wurde sofort ein Fan von dem Hawaiianer und ging nach dem Vortrag direkt zu ihm.
Elvis sagte: „Du bist sehr innovativ. Ich kann sehen, dass du ein Rebell auf deinem Gebiet bist. Ich bin auch ein Rebell, genau wie du“.
Von da an ging Parker in „Graceland“ ein und aus; aber sie trainierten auch auf Tour und gelegentlich in seinem Studio in Los Angeles zusammen.

ki o tsukete kudasai (気をつけて下さい)

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