Tosho Kona Nr.1

Foto des Autors

Tosho kona (図書コーナー) bedeutet soviel wie “Bücherecke” und ist ein neues Format in meinem Blog.
So etwas wie eine kleine Buchbesprechung; mit anschließender Empfehlung.
Hier werden in unregelmäßigen Zeitabständen eher unbekannte sowie unkonventionelle Bücher vorgestellt.
Frei nach dem Motto: „Ken Zen ichi“ (剣禅一致; Schwert und Zen sind eins) soll hier bewusst auch der Geist des Bugeisha geschult werden. Zen hat hier nämlich die Bedeutung von Erkenntnis; genauer gesagt Verständnis.
Itosu Anko (1831-1915) sagte ja bereits: „Karate stammt nicht vom Buddhismus oder Konfuzianismus ab“.
Am Ende bewerte ich das Werk dann mit einem Dan – Grad. Wobei der 5. Dan natürlich die höchst mögliche Wertung darstellt.

Den Anfang macht…

Das Wichtigste in aller Kürze:

Titel: “Bumon – Das Wissen der Kampfkunst Karate-Do“

Autor: Sascha Wagener

Seiten: 163

Erscheinungsjahr: 2007

Verlag: schlatt-books

Preis: um die 22,- €

Zielgruppe: Anfänger sowie Fortgeschrittene

Für Jene mit etwas mehr Zeit:

„Dieses Buch ist das erste, das Schritt für Schritt die Hintergründe der Kampfkunst Karate-Do lehrt. In 5 Stufen, ähnlich den Gürtel- Graduierungen, werden die geschichtlichen, sprachlichen, kulturellen und technischen Grundlagen dieser Kunst eingeführt. Einzigartig ist das in das Lehrbuch eingebaute Testsystem, mit dem sich jeder selber kontrollieren kann. Durch Lernkarten zum herauskopieren wird das Erlernen der Inhalte noch erleichtert. Das Bumon gibt einen umfassenden Überblick über Prinzipien und Hintergründe der traditionellen Kampfkunst. Daher ist es für Trainierende aller Stile und Künste geeignet und sowohl für Anfänger, als auch für weit Fortgeschrittene von Interesse.“

So der sehr treffende Wortlaut des Klappentextes.Foto vom Buch

Die Kategorien sind im Detail:

Reigi, die Etikette
Waza, Technikprinzipien und Taktiken
Karada, der Körper und seine Waffen
Stilkunde
Die fünf Tiere
Die Geschichte der Kampfkunst
Die Geschichte Asiens
Kobudo
Qi, die Gesundheitsaspekte der Kampfkunst
Japanische Sprache
Kata, das Herz der Kampfkunst
Kumite, Formen der Kampfübung im Karate-Do

In der Einleitung betont Sascha Wagener besonders, das sein Lehrbuch sowohl den Fortgeschrittenen, als auch dem Schüler zum eigenständigen Nachdenken und Nachforschen anregen soll. Und genau das tut es. Ich selbst schaue ab und zu mal wieder rein um bestimmte Zusammenhänge noch einmal nach zu lesen.

Besonders zu erwähnen – Auch Kanji schreiben gehört dazu.
Viele Skizzen, Abbildungen und Worterklärungen runden das Ganze ab und machen dieses Lehrbuch alles andere als langweilig.
Schreibstil und Länge der Kapitel machen Lust auf Mehr und lassen es zu, das Buch ganz nach Belieben weg zu legen oder wieder hervor zu holen.

Sascha Wagener selbst hat in den letzten zwanzig Jahren ein ganz besonderes Leben geführt. Schon sehr früh trainierte er Kampfkünste und begann nach Asien zu reisen, um sein Wissen zu vertiefen. Gleich nach der Schule ging er alleine nach Japan und Okinawa, um Karate zu trainieren. Fasziniert von dieser Kultur studierte er an der Universität japanische Sprache und Geschichte. Er reiste aber auch nach China und Indien und trainierte dabei an verschiedenen Orten, in Klöstern und Tempeln.
Wer mehr über diesen außergewöhnlichen Menschen erfahren möchte, schaut hier in diesen kurzen, sehr schönen Broadcast vorbei.

Fazit:

Das Buch hält genau das, was es verspricht. Selbst nach aufmerksamen lesen kann es immer wieder zur Hand genommen werden. Ein Lehrbuch das es so, meiner Meinung nach, nicht noch einmal gibt. Ein wirklich gelungenes Werk, bei dem der Autor nicht allein auf seine eigenen Erfahrungen zurückgreift; sondern auch auf die seiner Lehrer wie Fritz Nöpel, Lothar Ratschke und Martin Nienhaus . Alle samt große Meister, bei denen ich selbst auch schon den einen oder anderen Lehrgang besuchen konnte.

Foto Go-Dan
Go-Dan (höchste Wertung)

ki o tsukete kudasai (気をつけて下さいいい)

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