Des Meisters neue Kleider

Nein heute geht es einmal nicht um historische Hintergründe oder die geschichtliche Herkunft des Karateanzuges. Auch der Gürtel steht hier nicht im Vordergrund. Mit den habe ich mich schon an dieser Stelle eingehend befasst.(Link)
Allein um den Gi an sich geht es dieses mal.
Richtig wäre Keikogi (稽古着; Anzug für das Training) jedoch haben wir im Westen das Wort auf Karate-Gi oder kurz Gi abgekürzt. Wichtig ist nicht das Wort, sondern dass wir alle wissen was gemeint ist.

Was gibt es nun überhaupt alles an unterschiedlichen Produkten auf dem Markt ?
Was bedeuten die vielen Fachtermini der Hersteller dabei eigentlich genau ?
Und was kommt am Ende für mich in Frage ?
Frei nach dem Motto:
“ Zeig mir deinen Gi, und ich sage dir was für ein Karate du machst“.

Der Kauf eines Gi ist eine Wissenschaft für sich. Je länger man sich damit beschäftigt, desto mehr werden einem gleich mehrere Dinge klar. Erstens:
Die Auswahl ist riesig. Zweitens: Die Unterschiede sind Teilweise doch erheblich. Drittens: Scheinbar hat Jeder eine Andere Meinung, was nun das Nonplusultra der Trainingskleidung ist.
Aus Letzterem lässt sich gut erkennen, das der Gi eine sehr persönliche Angelegenheit ist. Denn im Idealfall soll er wie eine zweite Haut sein. Ich rate daher jedem Karateka davon ab, die Auswahl dem Zufall zu überlassen oder sich einfach der Mehrheit anzuschließen. Selbst Fortgeschrittene, die sich schon viele Jahre auf ein Modell „eingeschossen“ haben, sollten zumindest einmal einen anderen Gi anprobieren. In der Tat hat sich in den letzten zehn, zwölf Jahren einiges getan.

Zunächst wird man am Anfang seiner Wahl leider immer noch häufig gefragt:
„Soll es ein Anzug für Kumite oder für Kata sein ?“.
Diese Einteilung ist dummes Zeug; um es mal ganz unverblümt zu sagen. Wir werden später noch im Einzelnen genau sehen warum. Die selbe Einteilung wird einem übrigens genauso immer wieder bei Kinderkleidung aufgedrängt. Hier lautet die Frage allerdings meistens:“Rosa oder Blau ?“. Dieses schablonenhafte Denken macht keinen Sinn und ist daher vollkommen überflüssig. Kaufe Dir lieber einen Karateanzug in dem Du Dich wohlfühlst und der deinem Karate entspricht. Er sollte ganz einfach immer bequem sitzen.

Nachdem wir nun den größten Irrtum beseitigt haben, müssen wir noch einige kleinere Hindernisse aus dem Weg räumen. Denn der Weg zu deinem perfekten Gi ist nicht nur durch überholtes Schablonen Denken versperrt, sondern auch übersät mit – Fachchinesisch.

Wie selbstverständlich schmeißen unzählige Anbieter auf ihren Webseiten mit Fachwörtern aus der schönen Welt der Textilveredelung um sich. Dazu kommen noch diverse Eigenkreationen und spezial gelagerte Sonderfälle. Doch eins nach dem Anderen.

Inzwischen liest man in den meisten Beschreibungen die Bezeichnung Canvas Baumwolle. Baumwolle an sich ist Hauptmaterial eines jeden Karateanzuges. Entweder zu einhundert Prozent, oder mit Beigabe von synthetischen Bestandteilen; sogenanntes Mischgewebe. In seltenen Fällen kann ein Gi auch nur aus Kunstfaser bestehen (Vollsynthetik).
Bei Canvas Baumwolle handelt es sich schlicht um Segeltuch; auch Leinen genant. Wie der Name schon sagt, wurde diese Baumwollart früher in der Schifffahrt und der Malerei (Leinwand) verwendet.
Es ist ein festes und damit eher steifes Gewebe, wobei Vorder- und Rückseite identisch sind.Foto von Baumwolle

Baumwolle hat den Vorteil, das sie im feuchten Zustand (also beim Schwitzen) nicht eng an der Haut liegt und als Naturstoff einen angenehmen Tragekomfort hat. Baumwolle wärmt im Winter und kühlt in den warmen Monaten. Sie nimmt problemlos Schweiß auf und ist selbst im nassen Zustand widerstandsfähig. Baumwolle ist strapazierfähig und besonders hautfreundlich. Wer schon einmal ein Baumwollshirt über mehrere Jahre getragen und gewaschen hat weiß, dass es dauerhaft formstabil ist, auch mit hohen Temperaturen gewaschen werden kann und dadurch sehr hygienisch ist. Sie ist aber nicht nur sehr langlebig, sondern dazu reißfest und knitterarm. Knittert sie doch, kann man Falten mit hoher Temperatur ausbügeln.
Karateanzüge werden allerdings nicht gebügelt. Es reicht sie nach dem waschen auszuschlagen. Also mechanisch, per Hand, ziehen und glatt schlagen.

Beim Karateanzug spiel die „Stärke“ bzw. das Gewicht eine große Rolle.

Das Stoffgewicht bezeichnet dabei das Flächengewicht eines Karateanzuges und wird gewöhnlich in Unzen (engl. ounzes = oz) pro quadrat- Yard angegeben. Je höher dieses Flächengewicht ist, desto schwerer ist der Gi.

1 square yard = 8361,2736 cm²

Zu beachten ist hierbei, dass das Stoffgewicht nicht gleichzusetzen ist mit der Stoffdicke. Das hängt wiederum von der Baumwollqualität, Garnstärke, Materialzusammensetzung und Webtechnik ab.
Üblicher Weise kann man einen Gi in fünf verschiedenen „Stärken“ kaufen.

Karate Gi 8 oz (272 g/m²)

Karate Gi 10 oz (340 g/m²)

Karate Gi 12 oz (408 g/m²)

Karate Gi 14 oz (476 g/m²)

Karate Gi 16 oz (544 g/m²)

Karateanzüge mit einem höheren Stoffgewicht haben demnach auch eine längere Lebensdauer.

Des weiteren liest man in Beschreibungen vieler Anbieter etwas von:
Baumwolle gebürstet.
Das Ausbürsten von Baumwolle macht Stoffe dichter und entfernt unschöne Fussel, zudem wird der Stoff auch noch etwas weicher.

Wie bereits erwähnt kann ein Gi auch Vollsynthetisch sein; statt 100% Baumwolle.
Polyester wurde in den 1930er Jahren als Ersatz für Seide erfunden. Das synthetische Gewebe gibt es in verschiedenen Verarbeitungen wie Mikrofaser oder Fleece.
Polyester ist besonders strapazierfähig und äußerst pflegeleicht. Polyesterstoff trocknet schnell und muss nicht oder nur sehr selten auf niedriger Stufe gebügelt werden. Die Kunstfaser kann kostensparend hergestellt werden und ermöglicht so günstige Rohwaren.
Sie ist leicht, allerdings potenziell haut reizend.

Baumwolle und Polyester werden häufig gemischt, da sich die positiven Eigenschaften der beiden Materialien zusammenfügen. Baumwolle nimmt beispielsweise Feuchtigkeit besonders gut auf, gibt sie aber nicht so gut ab. Polyester ist das genaue Gegenteil. Eine Mischung der beiden Materialien führt dazu, dass ein Gi besonders gut Feuchtigkeit aufnimmt und auch wieder abgibt, beispielsweise wenn man schwitzt oder nach dem waschen.
Andere Materialien wie Lycra oder Elasthan geben dem Material einen Stretch-Anteil, der häufig bei 3 bis 10 Prozent liegt.

Ein weiteres schönes Beispiel von Fachchinesisch taucht ebenfalls öfter auf: Sanforisiert.

Es handelt sich hier um ein mechanisches Veredelungsverfahren, auch Krumpfen genannt, bei dem keinerlei Chemie zum Einsatz kommt. Dabei wird das Tuch vor dem Zuschnitt einer mechanischen Stauchung unterzogen und schrumpft ein. Der eingeschrumpfte Zustand wird fixiert und verhindert das Eingehen der fertigen textilen Erzeugnisse.

Mit unter ließt man auch die englische Bezeichnung preshrink.
Hierbei wird der Stoff schlichtweg vor gewaschen; wodurch er natürlich auch schon einmal etwas einschrumpft.

Snap-Effekt oder gelegentlich auch soundverstärkt:
Ja das gibt es wirklich und führt in der Tat zu verblüffenden Ergebnissen. Einzig und allein im Schnitt liegt das Geheimnis. Frei nach dem Motto: „Krieg ist die Hölle, aber der Sound ist geil. Und ich bin der DJ“.

High Waist taucht immer im Zusammenhang mit Hosen auf. Während der Hosenbund normalerweise kurz oberhalb der Hüfte sitzt, ist er bei der High Waist bis zur Taille hochgezogen; ungefähr auf Höhe des Bauchnabels. Wer´s mag…

Kommen wir nun zu den spezial gelagerte Sonderfällen.

Velkro ÖffnungFoto der Velkroöffnung
Die hier beschriebene Öffnung befindet sich in der Karatehose innen, oberhalb des Oberschenkels in Nähe zum Geschlechtsteil. Der „Klettverschluss“ ist kaum zu sehen allerdings sehr praktisch bei langandauernden Turnieren oder Prüfungen. Müssen muss Mann schließlich immer mal und dann gleich den ganzen Gi ausziehen, wenn es schnell gehen soll ?!

Revoflex
Was dem Kata-Liebhaber sein Snap-Effekt, ist dem Kumite-Mann sein leichter Gi, der bitte nicht am Körper kleben soll. Vollsynthetik allein reicht bei so viel Bewegung natürlich nicht. Da braucht es extra Luftlöcher im Schritt und unter den Armen. Zusätzlich haben die technischen Wunderwerke Waben bzw. sind im Schulterbereich und den Extremitäten mit winzigen Löchern perforiert. Nicht schön, dafür selten.

Da wir uns jetzt so gut mit Material und Fachtermini auskennen, kommen wir nun zu den Applikationen.

Im Laufe der Zeit ist es üblich geworden, Karateanzüge mit Wappen und Namenszeichen zu versehen, die die Zugehörigkeit zu Dojo, oder bei internationalen Vergleichen, auch zu Nationalstaaten erkennen lassen. Solche Unterscheidungszeichen werden auf der Vorderseite der Anzüge angebracht. Dies ist sinnvoll und vertretbar. Man möchte bei einem Lehrgang in der Regel schon gerne mal wissen, wo der Trainingspartner eigentlich herkommt.Foto vom Dojo Logo
Das Vereins Logo gehört indes immer auf die eigene linke Seite. Also die Herzseite. Bei Internationalen Turnieren tritt an dessen Stelle die Nationalflagge.
Was bei Wettkämpfen Pflicht sein kann, ist bei Seminaren, Präsentationen und Lehrgängen eine schöne Geste der Zugehörigkeit und so gut wie immer ein Gesprächsthema. Wer sein Dojo mag, sich dort wohl fühlt und sich mit den Sportkameraden identifizieren kann, sollte mindesten einen Gi mit eigenen Dojo-Logo haben. Trage ihn dann aber mit Stolz und denke daran, dass Außenstehende dein Verhalten und dein Karate immer mit deinem Dojo verbinden werden.

Manchmal sieht man auch Aufnäher des jeweiligen Verbandes auf der Brust. JKA, DKV, SKVD, DTKV, SKID, GKD, AKS oder IKOK. Um nur einige zu nennen. Dies ist allerdings weniger üblich.
Seltener ist die Stilrichtung auf dem Anzug gestickt. So etwas ist meiner Meinung nach nur bei Vertretern des Kyokushinkai üblich.
Selbstverständlich gibt es noch eine Vielzahl an Applikationen die an Armen, Beinen oder sogar dem Gürtel auftauchen. Sie alle stehen mehr oder weniger im Zusammenhang mit der eigenen Stilrichtung. Als Logo oder Kanji gibt es mal bunt, mal weniger farbenfroh in erster Linie Tiere zu sehen.
Tiger, Kraniche, Drachen eine Cobra.
Vereinzelt habe ich sogar schon Funktionen und Titel gesehen. Ein Sensei oder Instructor etwa.
Immer mehr wird leider auch das Firmenlogo auf Brust oder Nacken extrem auffällig platziert. Während das Eingangstor einer Burg auf Okinawa eines bekannten Herstellers oder ein Falke einer Marke die eher für Brasilianische Jiu-Jitsu bekannt ist noch einigermaßen annehmbar ist, können drei Streifen oder eine nackte Faust ausgesprochen fehl am Platze sein.
Diese ungewollten Applikationen sind nicht nur lästig, sondern auch überaus unschön. Man sollte immer darauf achten eine Variante des Herstellers ohne diese Verunstaltung zu wählen. Auch wenn dies meistens ein paar Cent mehr kostet.

Apropos Hersteller. Da dieser Artikel eine Art Führer auf den Weg zu deiner perfekten Sportbekleidung darstellt, werde ich nun nicht umher kommen ein paar Namen heraus zu hauen.
Das Wort Schleichwerbung ist meiner Meinung nicht mehr zeitgemäß. Außerdem möchte ich gerne ein paar Beobachtungen und Erlebnissen aus meiner dreißig Jährigen Erfahrung mit diese faszinierende Kampfkunst teilen. In dieser Zeit habe ich sehr viele Lehrgänge in ganz Deutschland besucht und tolle Begegnungen mit kleinen und ganz großen Meistern gehabt. Aus diesem Grunde kann ich folgende persönliche Aussagen treffen:
Während Anhänger des Kampf-Sportes häufig die Marken Kwon, Adidas, Hayashi und Arawaza bevorzugen, kleiden sich Jünger der Kampf-Kunst sehr gerne mit den Marken Hirota, Tokaido, Shureido, Kamikaze und Kaiten. Wobei man sagen muss, das Hirota schon extrem exklusiv ist und in Deutschland kaum zu beziehen.
Kamikaze und Kaiten ist nebenbei nicht das Selbe und auch in keinster Weise zu vergleichen.
Erstere ist übrigens noch heute gut über das Internet zu beziehen. Seine Bedeutung ist in der westlichen Welt gut bekannt. Hollywood und seinen Filmen über japanische Piloten während des zweiten Weltkrieg sei Dank.
Kami-Kaze (神風) bedeutet göttlicher Wind oder auch Götterwind und meint insbesondere die Taifune, die Japan angeblich durch Eingreifen der Götter des Ise-Schreins vor den Mongoleninvasionen 1274 und 1281 bewahrt haben.
Kaiten (回天) bedeutet so viel wie „Änderung der Welt mit einem Schlage“. Foto eines Kaiten Typ10Diese eher unbekannte Spezialtruppe der Kaiserlich japanischen Marine bestand praktisch aus menschlichen Torpedos. Bemannte Waffensysteme die unweigerlich den Tot des Piloten zur Folge hatten, wenn dieser sein Fahrzeug ins Zielschiff lenkte um es zu versenken. Meister Taiji Kase wurde als solcher ausgebildet. Zum Glück war der Krieg schon zu Ende bevor er tatsächlich zum Einsatz kommen konnte.
Beide Kanjin sind jeweils gut auf dem Karateanzügen zu sehen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf die Schnelle zwei Undergrounder vorstellen. Die Marken Venum und Hayabusa stehen normalerweise nicht in Zusammenhang mit Karate. Es lohnt sich aber wegen ihres coolen Logos (Venum) und ihrer künstlerischen Muster (Hayabusa) das ein oder andere Modell einmal anzusehen. Gerade letztere hat unwahrscheinlich kreative Stickereien, die überaus faszinierend sind.

Jeder der bis jetzt genannten Marken hat Modelle, die schnell im Bereich von 180,- bis 200,- € liegen können. Bedenke, das schon für 230,- € maßgeschneidert Anzüge zu haben sind. Ein guter Anzug muss nicht mehr als 120,- kosten!
Wer suchet, der findet.

Noch kurz zu erwähnen sind natürlich die Exoten.
Wer seinem Körper und der Umwelt etwas Gutes tun will, trägt einen Bio-Gi. Aus handgepflückter Agäisbaumwolle; natürlich kontrolliert-biologisch angebaut. Das ist doch mal was.
Auch Frau hat es satt bei Ausübung ihrer lieblings Sportart immer nur Männerklamotten tragen zu müssen. Deshalb gibt es extra spezielle Karateanzüge für das weibliche Geschlecht. Hier richtet sich die Aufmerksamkeit auf den taillierten Schnitt und die veränderte Schnürung im Brustbereich. Eine versteckte Tasche an der Innenseite der Jacke, für ein Taschentuch etwa, ist noch ein zusätzliches Gimmick.
Beide Modelle liefert dir die Firma Seiko Sports.

Vereinzelt designen bekannte Karateka sogar selber ihren Kampfdress.
Der weltbekannte Karate Blogger und Asienreisende Jesse Enkamp etwa hat den Seishin entworfen.
Hiroshi Shirai entwickelt 1987 exklusiv für Kamikaze das Modell Europa. Möglicherweise primär für seinen wohlgenährten Freund und Mentor Taiji Kase.
Und von Marie Niino stammt der bereits beschriebene Hime aus der Reihe der Frauen – Karateanzüge.

Ganz so frei wie man vielleicht möchte, ist man allerdings mit seiner Kampfmontur dann am Ende doch nicht.
Beim Kauf eines Karate Gi ist bei der Auswahl von Farbe, Form bzw. Schnitt und ganz besonders beim Aufnähen von Applikationen darauf zu achten, ob im Dojo oder dem Verband Vorgaben gemacht werden. So kann es zum Beispiel sein das man ein klein wenig in Erklärungsnöte kommen kann, beim Versuch den Dojoleiter oder Lehrgangsveranstalter seine besondere Gewandung darzulegen.Bild eines Karateanzuges
Natürlich unterstreicht ein roter Karateanzug den ursprünglich chinesischen Charakter. Das zeigen ja auch die Drachen und Yin-Yang Zeichen auf dem Anzug. Ärmel frei ist nicht nur luftiger, sondern man sieht die schönen Oberarmtätowierungen auch viel besser. Nur ist die Realität doch etwas weniger farbenfroh und ohne schmückendes Beiwerk. Zumindest in Europa und Asien. In den USA sieht es da schon wieder ganz anders aus.
Übrigens in den Wettkampfregeln sind ebenso bestimmte Richtlinien enthalten die streng eingehalten wollen; möchte man einen der begehrten Metall Humpen ergattern.
Wer unerfahren ist, wendet sich am besten an den Sensei, die Vereinsführung oder den zuständigen Trainer seines Vertrauens.

Am Ende noch ein paar Worte zur Pflege.

Die meisten Anbieter geben beim Kauf eine Pflegeanleitung mit. Wichtig ist, den Gi nicht zu heiß zu waschen. 30° reichen da völlig aus.
Den Trockenvorgang im Trockner sollte man vermeiden, ebenso den Einsatz von Bleichmitteln oder Waschmittel mit Kalklöser. Nach meiner Erfahrung ist tatsächlich die liebe Sonne das aller beste Bleichmittel. Den Kampfdress einfach mehrere Stunden in die pralle Sonne stellen. Fertig.
Bei falscher Pflege kann der Stoff beschädigt oder brüchig werden, er franst dann aus oder läuft sehr stark ein.
Gut zu wissen: Dein Gi läuft bei richtiger Pflege trotz alledem etwas ein.
Mischgewebe ist dabei im Vergleich zu reiner Baumwolle leichter zu pflegen und unempfindlicher.
Es ist zudem sinnvoll auf Weichspüler zu verzichten, da diese das Material auf Dauer schwächen und sogar vorhandenen Schmutz einschließen.
Der Gi muss auch nicht nach jeder Trainingseinheit in die Waschmaschine, sollte aber immer gut durchtrocknen. In Japan wir zu diesem Zweck die Trainingskleidung auf einen Bügel aufgehängt und, mittels Seilzug, an die Decke der Umkleide des Dojo gezogen. Das kennt man hier zu Lande aus dem Bergbau von den Kumpels. Damit es später nicht zu Verwechslungen kommt, ist auf Jacke, Gürtel und Hose der Name ein gestickt. Hier in Europa macht das wenig Sinn; da nimmt jeder seine Trainingskleidung mit nach Hause.

An dieser Stelle wiedereinmal der Appell von mir:

Jeder der beim Training schwitzt, sollte auch seinen Gürtel waschen !

Einen normalen Pullover trägst Du doch sicher auch nicht mehrere Monate, sondern ggf. ein paar Tage, bevor er in die Wäsche geht. Der Karategürtel wird bei mir jedenfalls eher schmutzig, als der Pullover. Wenn der Gi durchschwitzt kommt automatisch auch Schweiß an den Gürtel, oder man landet mal auf dem Hallenboden beim Bunkai. Oder, oder, oder….
OK, passiert beim Pullover normalerweise nicht. Ich steck den Gürtel jedenfalls ab und an in die Wäsche; wo soll da das Problem sein?

Zu guter Letzt noch ein Tipp um vielleicht doch noch einen Weg durch den Dschungel von Schnittmustern und Marken zu finden.
Die beste und sicherste Quelle sind deine Trainingspartner aus deinem Dojo. Frag einfach jemanden mit deiner Statur ob du seinen Gi mal anprobieren darfst. So siehst du welche Größe und Marke dir passt. Ein großer Vorteil ist hier, dass der Gi schon gewaschen wurde und eventuell auch schon eingegangen ist. Frag am besten auch nach wie dein Trainingskamerad den Gi wäscht.

In diesem Sinne …

ki o tsukete kudasai (気をつけて下さいいい)